Cloud Computing
Cloud Computing ist heute ein Kernbaustein moderner IT-Infrastrukturen. Richtig geplant, ermöglicht die Cloud flexible Skalierung, hohe Verfügbarkeit und schnellen Zugang zu Innovationen — richtig gesteuert, bleibt sie dabei wirtschaftlich und rechtskonform.

In der Praxis hat sich kaum eine Organisation für „die eine“ Cloud entschieden: Der Regelfall ist hybrid — eigene Infrastruktur für schützenswerte Fachverfahren, Public-Cloud-Dienste für Zusammenarbeit, Skalierung und Plattformservices, oft ergänzt um Angebote mehrerer Anbieter (Multi-Cloud). Damit verschiebt sich die Planungsaufgabe: Es geht weniger um das „Ob“ als um das richtige Zielbild je Arbeitslast und um saubere Übergänge zwischen den Welten.
Was bei Cloud-Vorhaben heute den Ausschlag gibt:
- Digitale Souveränität und Compliance: Datenresidenz in der EU, Nachweise wie BSI C5 oder ISO 27001, Umgang mit Drittlandzugriffen und die Frage, welche Daten überhaupt in welche Cloud dürfen — für öffentliche Auftraggeber häufig das entscheidende Kriterium. Neben den großen Hyperscalern etablieren sich zunehmend europäische und souveräne Cloud-Angebote als ernsthafte Alternativen.
- Kostensteuerung (FinOps): Nutzungsbasierte Abrechnung senkt Einstiegshürden, ersetzt aber keine Steuerung. Ohne Budgets, Tagging, Reservierungen und regelmäßige Optimierung wachsen Cloud-Kosten erfahrungsgemäß schneller als der Nutzen.
- Exit- und Wechselfähigkeit: Wer in die Cloud geht, sollte den Rückweg mitplanen — Datenportabilität, Standardschnittstellen, dokumentierte Exit-Szenarien und vertragliche Regelungen gehören von Anfang an ins Konzept.
- Sicherheitsarchitektur: Identitäts- und Berechtigungsmanagement, Zero-Trust-Prinzipien, Verschlüsselung samt Schlüsselverwaltung und durchgängige Protokollierung sind in Cloud-Umgebungen wichtiger als jede Perimetergrenze.
- Landing Zone und Betrieb: Eine sauber aufgebaute Basisumgebung (Netzwerk, Identitäten, Richtlinien, Monitoring) entscheidet darüber, ob spätere Workloads geordnet oder wildwüchsig entstehen.
Bewährt hat sich ein nüchterner, arbeitslastbezogener Ansatz: Ist-Aufnahme und Klassifizierung der Anwendungen, Zielbild je Anwendung (weiterbetreiben, verlagern, modernisieren oder ablösen), Wirtschaftlichkeitsbetrachtung über die gesamte Laufzeit — und erst dann die Migrationsplanung mit Test-, Abnahme- und Rückfallkonzepten. Bei öffentlichen Auftraggebern kommt die vergaberechtssichere Beschaffung hinzu: herstellerneutrale Leistungsbeschreibung, nachvollziehbare Bewertungskriterien und tragfähige Vertragsgrundlagen (etwa die EVB-IT für Cloud-Leistungen).
